Bogenschießen ist als Sport und als Therapiemethode gleichermaßen interessant. Hier werden Artikel zu beiden Themen gesammelt.

Die psychologischen Aspekte des Bogenschiessens beschäftigen mich seit meinen ersten Wettkämpfen in den 60er Jahren. Seitdem sind mir viele talentierte und oft auch begeisterte Bogenschützen begegnet, die  nach anfänglichen Erfolgen irgendwann mit unserem wundervollen Sport ein Problem bekamen. Sie erlebten, dass sie durch mehr Schiesstraining  schlechter wurden statt besser. Sie konnten gewohnte und einstmals sicher beherrschte Bewegungsabläufe  oft nur noch unsicher und zaghaft und damit fehlerhaft ausführen. Durch fleißiges Training wurde dieses Problem zurückgedrängt, aber in den Wettkämpfen war es plötzlich wieder da.  Das Problem war im Verein bekannt. Es schien so, als ob früher oder später jeder mal  betroffen war. Es gab die verschiedensten Namen dafür (Scheibenpanik, Gelbfieber, Klickerangst, Freezing-Probleme, …) und man bekam von den “Erfahrenen” oft Tipps, die kurz wirkten, das Problem aber nicht behoben.   Diejenigen, die das Problem nicht in den Griff bekamen, schossen fortan nur noch kleine Turniere oder gaben die Wettkämpfe ganz auf oder wandten sich vom Bogenschiessen ab.

Dieses Problem betraf nicht nur “Freizeitsportler” die nur 100 oder 200 Schuss in der Woche machten, sondern auch solche, die täglich trainieren können.

Und es existiert in verschiedenen Ausprägungen: vom unsicheren und unterbrochenen Endzug bis zur völligen Bewegungsblockade, wenn man nicht mehr kontrolliert  in`s Ziel gehen kann oder wenn man dem Moment, in dem man lösen möchte,  trotz maximaler Anstrengung keinen Zehntelmillimeter näher kommt.

Das ist mein Thema.

Vor Jahren habe ich meine  Überlegungen und die Suche nach Erklärungen auf  diesen Moment der “psychischen Blockade” vor dem Lösen gerichtet. Nach vielen Irrungen ist ein Erkenntnisstand erreicht, der zwar  für manchen Interessenten hilfreich sein kann, der aber wegen der unzureichenden wissenschaftlichen Forschung noch viele spekulative Komponenten enthält. Da es wohl nicht so viele Forschungsstudien zu diesem Thema geben wird, hilft nur der Erfahrungsaustausch weiter.

Im Netz gibt es bereits  interessante Diskussionen zu diesem und ähnlichen Tehmen. Das ist gut so und das war für mich die Anregung, mich mit diesem Blog an der Diskussion zu beteiligen.

Ausgangspunkt (Eine Behauptung, die begründet werden soll.):

Das Phänomen der “psychischen Blockade” im Bogenschiessen hat seine Ursachen nicht allein und nicht zuerst in psychischen Prozessen. 

1 – Der Zustand des Schiessmaterials,

2 – der Zustand des Körpers,

3 – die Qualität des Bewegungsablaufs und

4 – die psychischen Fähigkeiten

müssen gleichermaßen optimiert werden, um psychische Stabilität zu erreichen und psychische Blockaden zu verhindern. 

Die Reihenfolge der Einzelthemen hat Bedeutung. Zum einen nimmt die Schwierigkeit und der nötige Aufwand von Stufe zu Stufe zu, zum anderen werden anhaltende Fortschritte auf den höheren Stufen nur erreicht, wenn die Aufgaben der vorangegangenen Stufe gut erfüllt worden sind.

Dieser Ausgangspunkt enthält auch eine gute Botschaft: Wenn das Material optmiert ist, der Schütze körperlich fit ist und einen optimalen Bewegungsablauf beherrscht, dann ist er für psychische Blockaden weniger anfällig.

Ich werde noch weitere Überlegungen in den Blog stellen. Am besten motiviert bin ich aber in der Diskussion.  Wenn dieses Thema auf Interesse trifft und eine Diskussion zustande kommt, würde ich mich sehr freuen.

Die Diskussion ist auch individuell über meine mail – Adresse (auf meiner web-site) möglich.

Angebot:

In den letzten Jahren war ich u.a. mit der sportpsychologischen Betreuung von Bogenschützen beschäftigt. Die dort gesammelten Erfahrungen gebe ich gerne weiter. Ich bin auch zur Einzelbetreuung über blog oder mail bereit. Die Modalitäten dafür werden dann individuell vereinbart. Ein finanzielles Interesse besteht bei mir nicht. Die dabei gesammelten Erfahrungen sind mir wichtig genug. Bei diesem sensiblen Thema kann ich mir auch eine anonyme Betreuung vorstellen – bei der ich nicht weiß, wen ich betreue.

Die Diskussion auf dieser Seite ist eröffnet. Fragen, Meinungen und Erfahrungen zum Thema Psychotherapie werden hier gesammelt.

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